Montag, 9. Oktober 2017

Wie beieinflussen WIR die Mode unserer Kinder?

Susanne von mami-made und Birgit von Loewing beschäftigen sich gerade sehr mit dem Thema Kinderkleidung, was es zu kaufen gibt, die Stereotypen und damit das es eigentlich kaum kindgerechte Kleidung zu kaufen gibt.
Für Babies noch bequem ab dem Kindergarten wahlweise cool (für Buben) oder pink mit Rüschen (für Mädels), ab der Volkschule kurz und eng (für Mädels) und cool in Jogginghosen (für Buben)

Ja es ist schwer sein Kind “gut” anzuziehen, denn wo man vor 5 Jahren noch nach der Körpergröße der Kinder gehen konnte stimmt das heute nicht mehr.
Damals als meine Große in den Kindergarten ging, hab ich bei Kik (ja da hab ich auch manchmal eingekauft) eine Nummer kleiner, H&M nach Körpergröße und C&A eine Nummer größer gekauft.
Hab gerade nachgesehen meine Kleine trägt heute mit 110cm eine Jeans in 116 die sehr gut passt (ist ja auch 5 Jahre alt und ein Erbstück der große) und ein Langarmshirt in 122 auch das sitzt gut für ihr Alter. Ja Ärmel ein bisserl lang, aber sie mag das so gerne und die Länge find ich super.

2017-10-09 15.51.16

Wenn ich ihr aber aktuell was kaufen will muss ich mindestens Größe 128 kaufen, damit der Tshirt-Saum nicht kürzer als der Hosenbund ist.

Es wundet mich auch nicht, wenn ich mir ansehe dass es in den letzten 2-3 Jahren “modern” wurde mit Leggins und Jogginghosen ausser Haus zu gehen für Kinder und Teenager. ERNSTHAFT?!?!?

Leggins als Strumpfhosenersatz sind ja noch okay, solange das Oberteil mindestens bis Mitte Oberschenkel geht oder ein Kleid ist. Alles andere sieht aus wie Rock vergessen.

Meine Große trägt Second-Hand-Jeans von willhaben oder Flohmarkt, denn sie hat jetzt schon Schuhgröße 37/38 und kommt bei den Skinnyjeans (obwohl sie leider locker reinpassen würde) unten mit den Füssen nicht um die Kurve.

Nur dadurch, dass es nichts anderes zu kaufen gibt sind viele Eltern “gezwungen” ihren Kindern das anzuziehen. Viele finden Second-Hand auch unhygienisch (he alles was in die Waschmaschine oder den Geschirrspüler kann wird wieder sauber).

Wie können wir das beeinflussen? Vielleicht für die Mädels wenigstens die Hosen in der Bubenabteilung kaufen?

Ich hab dazu leider nicht viele Ideen, denn wenn es der Markt nicht hergibt, kann man halt auch nix anderes kaufen.

Quasi man kann eigentlich nur drauf hoffen, dass sich auch die Kindermode wieder ändert.

Ja die Kinder sollen anziehen was sie wollen und worin sie sich am wohlsten fühlen, doch klar beeinflussen wir unsere Kinder, vielleicht nicht unbedingt, wenns darum geht das drölfzigste Elsa oder Cars-Leiberl zu kaufen, aber im Endeffekt entscheiden immer noch WIR was gekauft wird (denn ehrlich dass was die Großeltern schenken, wird meistens sowieso nicht angezogen oder?)

Bei meiner großen (9jährigen) sieht das so aus, dass sie gerne cool wäre und auch etwas anders als alle anderen in ihrer Klasse, deswegen trägt sie Bootcut-Jeans mit offenen Flanellhemden und einem T.Shirt drunter, jetzt im Herbst Winter wieder jeden Tag (manchmal auch mit offener Weste).
Im Sommer wars dafür fast jeden Tag Jeansrock mit Leiberl.

Die Kleine würde am liebsten jeden Tag ein Kleid anziehen, manchmal mit Leggings, manchmal mit Strumpfhose und manchmal mit Jeans. Bei ihr ist der Kleidungsstil halt sehr anders als bei anderen Kindern in ihrem Kindergarten, denn erstens hat die meisten Sachen niemand weil entweder selbst genäht oder 4 Jahre alt (weil geerbt von der Großen), okay zu manchen Elsa-Sachen hab ich mich auch breit schlagen lassen.

Doch mittlerweile sauer aufstossen tut mir eben die Teenager-Mode, denn die 14-16 jährigen fangen bald zu arbeiten an oder wollen eine weiterbildende Schule besuchen. Ganz ehrlich wer geht geht schon mit Jogginghosen in die Arbeit, ausser man ist Fitnesstrainer oder Sportlehrer?

Aber eigentlich kein Wunder das die Joggingshosen und Jeggings so modern sind, denn die normalen Jeans sind so eng, dass selbst in Größe 34 noch “Muffin-Tops” über die Hosen quellen.

Und wie immer gilt halt auch: Kauft nur das was ihr braucht und passt!! Wenn ihr 3 Größen größer braucht kauft sie und schneidet daheim das Etikett raus (bei Kindersachen die man weitergeben will ist das halt blöd, aber ehrlich die Kleinen schauen noch nicht aufs Etikett)

Weil ichs gerade gelesen hab als Kommentar von Birgit. Stimmt die Damenabteilung ist auch nicht besser, mit den ganzen Einhörnern und anderen niedlichen Motiven. Sowas geht noch am Pyjama oder doch nicht draussen. Leute werdet erwachsen.

Aber ich weiss es gibt auch genug nähende Frauen, die für sich selbst alles mögliche zum Anziehen aus Kinderstoffen nähen.

Viele machen auch einen Unterschied zwischen kaufen und selbst nähen, denn das was sich viele selbst nähen, würden sie wahrscheinlich nie kaufen.

Denn aktuell wieder gesehen. Niedliches Kleidchen mit Teilung unter der Brust. Oben schön mit dünnem Bündchen, Ärmel gesäumt aber unten einfach den Saum offen gelassen, sodass er sich nach aussen aufdreht auf einem nur bedruckten Stoff, also ist das weiss.

Viele sagen dann auch, es muss ja nicht aussehen wie gekauft, aber ehrlich kauft ihr Shirts mit offenem Saum? oder Kleider? Ich nicht, das bleibt bei mir immer hängen



Kommentare:

  1. Ein interessantes Thema und am Ende ist es der Konsument, der bestimmt ....

    Ich hab am Sonntag einen interessanten Spruch gehoert. Auch wenn es dabei um das Verhalten (Respekt gegenueber dem Schiedsrichter) von den Teenagern am Sportfeld ging (rote Karte fuer Schimpfwoerter gegen den Schiri), so kann man das doch 1:1 umsetzen: "Wie sollen sie es denn anders lernen, wenn die Erwachsenen es vormachen!" Die Vorbildrolle ist wohl leider in Vergessenheit geraten. Ich sehe genug Eltern vor der Schule in Jogginganzug, Leggins, Sportkleidung, etc
    Schade eigentlich ...

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    1. Ha.. ja.. genau... meine Worte... ich krieg da so einen Ärger!
      Wie's Herrl so G'scherl sagt man hier bei uns. Vorbild sein ist aber sehr mühsam und das scheinen sich viele Eltern nicht mehr antun zu wollen.
      Bin halt knapp nach den Dinosauriern geboren und habe daher andere Ansichten. :)

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  2. "Sieht aus wie Rock vergessen" .. ich hau mich ab... im Kindergarten finde ich das ja ganz okay... aber dann... Ja und das Thema Jogging Hose! Ich habe das meinem Sohn einfach nicht erlaubt. Punkt. In der Freizeit okay, solange er nicht mit mir unterwegs ist. Da muss er sich zumindest eine Jeans anziehen. Phuu... das waren Diskussionen "Alle ALLE anderen früfen das, nur ich mal wieder nicht" .. Ich bin so eine böse Mutti.. Heute mit 16 weiß er sehr wohl, wann er was anzuziehen hat. Er hat nur ein Hemd, weil er das ja an sich nicht oft braucht, aber wenn der Anlass es benötigt, dann zieht er es von ganz alleine an, das brauch ich ihm gar nicht mehr sagen.
    Erschrecken ist nur, dass in einigen Mittelschulen, selbst die Lehrer in Jogginhosen kommen, bzw. der Trend in Richtung "Sweathose sieht aus wie echte Hose" geht - nur dass sie ausbeult, nach 6 Stunden im Unterricht sitzen...
    Ein endloses Thema... Susanne und ich bleiben dran!

    Ich finde es ganz toll, dass du mit dabei bist
    Bussi
    Birgit

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  3. Ich habe gerade Deinen Beitrag entdeckt und finde ihn super.
    Ich geb zu, ich mags auch bequem, aber wenn ich unterwegs bin zieh ich mich und auch meinen Sohn "anständig" an. Also nix Jogger oder so. Das mit den Kindergrößen stösst mir schon ein paar Jahre auf. Nachdem mein Sohn sich weigerte eine Jeans vom Schweden anzuziehen, weil er sie unbequem fand, habe ich mal eine Mail geschrieben. Frage: Warum sind die Hosen so eng, das die Kinder sich kaum bewegen können. Antwort: Die Kunden würden das ja so verlangen. Hahahah! Andererseits, wenn ich manchen Mütter mit ihren Töchtern erlebe, kommt es mir oft so vor, als müssten die Töchter eine kleine Kopie der Mutter sein. Manchen Mädels laufen mit 5-6 Jahren rum wie ein Teenager und die Mütter finden es süß. Meine Nichte (6) kam letztens in einer knappen Hotpants an, Leggins drunter, ich hab sie gefragt, ob sie es so gut findet. Ne, aber die Mama. Das es da anschließend ne Diskussion mit Mama gab, ist logisch, denn sie hat ne alte Jeans von meinem Sohn angezogen und definitiv bequemer gefunden.
    Leider kann ich da wohl in Zukunft nicht viel einwirken, aber immerhin bei meinem Sohn.
    LG Karina

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Ich freu mich, wenn ihr mir was schreibt

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