Freitag, 2. Dezember 2016

Gedanken zur Adventszeit

Achtung schwere Kost heute!

Sobald es richtig kalt wird (so ca ab 4 Grad bei mir) beginnt jedes Jahr mein Hirn zu rattern und ich mache mir viel mehr Gedanken als das restliche Jahr über andere Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns.

Was heisst schon gut gehen? Wir sind alle vier gesund, haben eine kleine aber warme Wohnung (und ich gebs zu ich will gar nichts größeres) mit einem kleinen Garten. Ich kann ohne Nachzudenken einkaufen gehen und das kaufen worauf wir Lust haben und auch sonst müssen wir meistens nicht groß nachdenken wenn wir uns etwas leisten wollen (sei es Urlaub oder nur ein Ausflug ins Kino)

Ende Oktober kam die große mit einem Flyer für Weihnachten im Schuhkarton nachhause (heuer ging die Aktion nach Moldawien) leider waren wir zu spät dran für den gemeinsamen Abgabetermin.

Vor 2,5 Wochen entdeckte ich den Flyer von einem Christkindlmarkt (auf den wir jedes Jahr gehen), dass auch dort Boxen abgegeben werden können allerdings für Kinder in Österreich. Ich muss sagen, dass fällt mir auch leichter, denn dadurch kann man auch Bücher, Spiel usw reingeben.

2016-11-27 15.43.18

Wir haben zwei Kartons gepackt einmal für Mädchen 2-4 Jahre und einmal 8-10 Jahre.

Bei der Abgabe der Kartons wurde gesagt, dass diese Pakete an ein Kinderheim im Bezirk gehen. Ich muss sagen, dass tut mir weh. Es tut mir so leid, dass es soviele Kinder auch hier in Österreich gibt die ohne Eltern aufwachsen müssen.

Es sollte auch eine Karte beigelegt werden und ich muss sagen, normalerweise fällt es mir echt leicht etwas zu schreiben, aber bei diesen Karten fiel es mir echt schwer, denn man kann halt nicht einfach schöne Weihnachten mit der Familie wünschen, also hab ich diesen Kindern ein schönes Fest mit Menschen denen sie wichtig sind gewünscht.

Im Sommer wenn es warm ist kann ich die Stimmen in meinem Kopf besser unterdrücken, da friert niemand und schwitzen tun wir alle.

Als ich letztens meine Stoffe aussortiert habe, habe ich noch knapp 2m Fleecestoff gefunden, den ich aber nicht verwende, weil er den Mädels einfach zu warm ist, denn sie haben dass Glück meistens wo zu sein, wo viel zu stark eingeheizt ist (auch jetzt sitzen sie kurzärmelig bei 22°C in der Wohnung). Was soll ich machen damit? Wegwerfen, spenden?

Ja Spenden ist eine gute Idee, eigentlich sogar eine sehr gute Idee. Also hab ich alles zusammen vielleicht 1,5h meiner Zeit investiert (ja mit meiner Lohnarbeit dürft ich den Stundenlohn nicht berechnen) und Hauben und einfache Halssocken genäht.

2016-12-01 21.02.41

14 Hauben und 8 Loops für die Gruft (die bringt mein Mann nächste Woche hin)

Dieses Foto hat auch FB in einer Gruppe mittlerweile 300 likes und 30 Kommentare, dass das super gefunden wird.

Ist es super?? ich muss sagen, ich will kein Lob und kein “Wow das find ich super von dir” für solche Aktionen, ich will das es eigentlich selbst verständlich ist etwas für ärmere zu tun. Meine Mutter zB strickt für die Gruft, da bin ich wieder froh zu nähen (okay stricken kann ich auch), aber in 1,5h hätte ich nicht einmal eine Haube gestrickt wahrscheinlich und so sind es 14 Hauben geworden. Ja sie sind schnell zusammengetackert und ich würd mich freuen wenn mehr sowas machen würden.

Für solche Aktionen kann man allerdings keine Kinderreste nehmen, denn lt Gruft werden dunkle Farben bevorzugt, was für mich auch heisst diese Menschen wollen sich eher unauffällig quasi unsichtbar bewegen, was ich sehr gut nachvollziehen kann.

In anderen Gruppen wird darüber geschrieben, Kleidung an Obdachlose zu spenden und zwar direkt. Ich gebs zu da bin ich absolut dagegen, denn ich bin mir sicher es ist schwer um Hilfe zu bitten, weil man wirklich etwas braucht und einfach kein Geld da ist. Wir spenden seit Jahren für Obdachlosenheime und Kinderheime, ja ich verkaufe auch die selbstgenähten Sachen meiner Kinder nicht, ich verschenke sie oder spende sie in der Hoffnung dass sie anderen Freude machen.

Ich (für mich) will keine Selbstbeweihräucherung weil ich etwas gutes getan habe, denn ich finde es viel mehr erschreckend wieviele Menschen in Österreich Hilfe benötigen egal ob hier oder woanders geboren ob Kinder oder Erwachsene.

Ich hab uns heuer auch für die Christkindbriefe von der Caritas angemeldet zwar nur für die niedrigste Kategorie aber dafür gleich zweimal. (nein ich bin immer noch nicht auf Effekthascherei aus).

Die Wünsche der Kinder sind heuer relativ bescheiden (okay die Kleine will ein Hatchimal –bitte googeln), die große will nur Bücher und ein Weihnachtskleid (von mir genäht), also warum nicht auch anderen konkrete Wünsche erfüllen. Die Pakerl werd ich in den nächsten Tagen verschicken.

Ja ich helfe sehr gerne egal wem und was er braucht, aber glücklicher und zufriedener macht mich das nicht, denn jedes Mal wenn ich etwas spende oder jemandem “etwas gutes tue”, denk ich mir: Es ist zu wenig, es gibt noch viel mehr zu tun.

Ja ich kann nicht die ganze Welt retten.

Es heisst immer:

Wenn du die Welt ändern willst musst du dich ändern

Doch was passiert wenn sich die Welt nicht ändert?

Wenn ich mir die Welt derzeit ansehe frag ich mich wo werden wir in 10 Jahren sein, wird sich alles wieder beruhigen? Die Welt ist im Umbruch und irgendwie warte ich auf Froddo auf das er den Ring und Sauron vernichten kann.

1 Kommentar:

  1. Ich würde jetzt sehr gerne schreiben, dass ich das toll finde, aber das willst du ja nicht. Naja, manchmal bekommt man einfach nicht, was man will, daher: ich finde das toll!!!

    Glg
    Claudia

    AntwortenLöschen

Ich freu mich, wenn ihr mir was schreibt

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...