Freitag, 24. April 2015

Nachhaltigkeit am Fashion Revolution Day

Ich habe lange überlegt ob ich hier auf meinem Blog auch davon anfangen will, aber ja irgendwie geht mir derzeit die ganze Situation so auf die Nerven, dass ich euch einfach mal an meinen Gedanken teilhaben lassen will.

Das hier soll keine Belehrung oder so werden, es soll euch vielleicht zum Nachdenken anregen.

Mittlerweile weiß so ziemlich jeder, dass fast alles an Kleidungsstücken, die sich in unseren Kästen befinden in Bangladesh hergestellt wurden. Es haben auch viele von dem Einsturz in Rana Plaza gehört bei dem knapp 1500 Menschen ums Leben gekommen sind.

Es gibt auch tolle Dokumentationen zu diesem Thema unter anderem „Was kostet ein T-Shirt?“ von 3sat

http://www.3sat.de/page/?source=/boerse/hintergrund/177427/index.html

Hier sieht man sehr gut, dass ein T-Shirt eigentlich immer gleich viel kostet (was immer noch viel viel viel zu wenig ist) und je nachdem wo man einkauft nur die Gewinnspanne der Händler immens wankt.

Ich gebs zu ich kauf auch hin und wieder bei Primark ein und finde dabei nichts schreckliches (ausser das Benehmen der Kunden), denn Primark gibt wenigstens keine Millionen für Werbekampangen mit Models aus.

Ich finde es eher befremdlich, dass Menschen immer noch bei den teuren Marken einkaufen, OBWOHL sie wissen wie und wo produziert wurde.

Ich gebe zu ich würde sehr gerne öfter fairtrade bzw ökologische Kleidung kaufen (für die Kinder wäre es nicht soo schwer), aber mit  Kleidergröße 48 gibt es keine (zumindest kenn ich keine) Händler, aber wie immer in der heutigen Zeit können es sich viele nicht mehr leisten.

Was mich stört ist, dass manche Labels immer noch besser hingestellt werden als andere.

Das stimmt nicht, alle Labels die in Asien produzieren und Shirts egal ob Biobaumwolle oder konventionelle um unter €10 pro Shirt verkaufen produzieren in “Ausbeuterfabriken”. Wobei wie schon oben geschrieben der Preis ist egal, eigentlich dürften wir hier in Europa NICHTS kaufen auf dem steht “Made in Bangladesh” oder “Made in China”.

Sogar Labels von denen man denkt, sie wären “besser” weil sehr hochpreisig, lassen aufgrund der niedrigen Arbeitslöhne dort produzieren.

Was mich viel viel mehr stört als die Billigpreise (die ja zum Teil auch unsere Schuld sind als mündige Konsumenten) ist der KONSUMWAHN.

Die meisten von uns besitzen einfach viel zu viel. Wenn man sich die meisten Kleiderschränke ansieht (natürlich voll von “Nix anzuziehen”), könnte man sicher 3 Wochen jeden Tag was anderes anziehen ohne waschen zu müssen, besonders schlimm ist das bei den Kindern.

Ja, die meisten Sachen sind echt niedlich (gerade wenn man wie ich zwei Mädels hat), aber ehrlich jedes Kind hat doch seine Lieblingssachen, die es am liebsten jeden Tag und (manchmal auch Nacht) anziehen will.

Ich muss sagen für mich hat shoppen einfach auch aufgrund meiner Kleidergröße seinen Reiz verloren. Ich näh mir meine Sachen halt jetzt selbst, aber ich nähe nicht im Akkord und ich nähe mir nicht 20 verschiedene Shirts, denn die brauch ich nicht, ich habe eine Waschmaschine, als ob es jemandem auffallen würde wenn man jede Woche an unterschiedlichen Wochentagen das gleiche anhat. Bei mir ist es wahrscheinlich noch einfacher, da ich nur mit Männern zusammenarbeite).

Wie wäre es als neuen Trend vielleicht mal mit Slow Shopping oder wie bei Susanne “Ich kauf das nicht” mit dem hashtag #thisisnotokay  einfach mal zeigen was man nicht gekauft hat (aber nicht den halben Laden dann trotzdem mitnehmen).

Wie wäre es wenn wir alle mal wirklich nur das kaufen was wir brauchen, also zB neue Unterhosen weil die alten nach 3 Jahren entgültig den Geist aufgegeben haben oder neue Schuhe nicht deswegen kaufen weil uns langweilig ist oder wir “Trost” brauchen sondern weil die alten ein Loch haben oder die Sohle einfach durch ist.

Es gibt mittlerweile soviele Vegetarier und Veganer (okay krasser Vergleicht”"), die keine Tierprodukte mehr wollen weil die Tiere leiden.

Wie wäre es wenn wir wieder HUMANER werden und uns das Wohlergehen anderer Menschen wieder mehr angehen würde. Wie wäre es wenn wir darauf achten, dass sich nicht tausende Kilometer weit weg für uns die Finger wund nähen müssen, damit wir vor einem Kasten “Nix Anzuziehen” stehen können.

Diese Massenproduktion an Kleidung hat auch NICHTS mit Nachhaltigkeit zu tun, denn einmal versponnene Baumwolle kann nicht so einfach wieder aufgetrennt werden und zu neuen Kleidungsstücken versponnen werden.

Es ist nicht wie bei Plastikflaschen oder Glas, das wieder eingeschmolzen und in neue Formen gegossen wird.

Auch super finde ich den Blog bzw das Buch von Nunu Kaller “Ich kauf nix”, hier hat es mit Shoppingabstinenz begonnen und sich immer mehr in Richtung Produktionsbedingungen genau unter die Lupe nehmen (aktuell die H&M Concious Kollektion) entwickelt.

Viel wichtiger als das Wo beim shoppen ist das Wie (ungefähr so wie Lebensmittel auch)

Ich hoffe ich kann euch mit diesem Artikel vielleicht ein bisschen zum Nachdenken anregen.

Kommentare:

  1. Absolut! Gewand zum wohlfühlen statt fast Fashion!
    Und Qualität vor Quantität!
    Lg v

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  2. Ich bin ganz deiner Meinung - danke für den Text!!
    LG, Claudia

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Ich freu mich, wenn ihr mir was schreibt

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